Danke

Hinter uns liegt ein antirassistisches Fußballturnier, das sämtliche Erwartungen weit übertroffen hat. Insgesamt 150 Besucherinnen und Besucher, darunter 14 Mannschaften aus Cottbus und Umgebung, sorgten für einen Nachmittag, der allen Beteiligten noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Besonders erfreulich war, dass auch mehrere Flüchtlingsteams der Einladung gefolgt sind und einen Austausch ermöglichten, der dem einen oder anderen so manches Vorurteil austreiben konnte.
Wir haben ein starkes Signal an unsere Stadt gesendet! Dieses geht sowohl an all jene, die ihre Hoffnungen auf ein solidarisches und zivilisiertes Miteinander zunehmend verlieren, als auch an die Nazibanden unserer Region, die zuletzt immer frecher auftraten.
Allen, die den Tag zu dem gemacht haben, was er war, möchten wir an dieser Stelle nochmal ein dickes „Danke!“ sagen.
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Mobiclip

Anti-rassistisches Fußballturnier

Am 6. Februar 2016 um 11.00 Uhr findet in Cottbus ein Fußballturnier gegen rassistische Zustände in unserer Gesellschaft statt – für ein solidarisches Miteinander von Menschen jeglicher Herkunft.

Deutschland hat ein Problem mit Flüchtlingen, denn das Boot ist voll mit Rassist*innen. Die Flüchtenden, die Elend und Gewalt entkommen sind, sehen sich in Deutschland zur Zeit massiven fremdenfeindlichen Beschimpfungen und Gewalt ausgesetzt. Offene Neonazis, nationalistische Bürgerwehren und rassistische Politiker*innen tun ihr Möglichstes, um die Situation für sich auszunutzen. Doch nicht nur offene Gewalt ist das Problem. Rassist*innen verbreiten abscheuliche Gerüchte über finstere Absichten und kriminelle Energien der Refugees und versuchen so ihre nationalistische Agenda zu untermauern. Skepsis und Vorurteile gegenüber Fremden greifen immer weiter um sich.
Wir machen uns stattdessen selbst ein Bild und lernen die Menschen kennen, die bei uns Zuflucht suchen. Weil wir wissen, dass Menschen aus aller Welt ganz fantastische Nachbar*innen, Kolleg*innen und Freund*innen sein können und weil wir wissen, dass die Flüchtenden nicht allein gelassen werden dürfen, laden wir euch dazu ein, bei einem antirassistischen Fußballturnier mit Refugees aus Cottbus und Umgebung zusammen zu zocken.
Wir fordern Fairplay und Bleiberecht für alle!
Cottbus braucht Vielfalt und Verstand statt rechter Propaganda.

Kommt am 6. Februar 2016 um 11.00 Uhr zur Turnhalle der Sachsendorfer Oberschule (Schwarzheider Straße 7, 03048 Cottbus) und spielt mit uns ein paar Runden oder informiert euch zu den Aktionen gegen den bevorstehenden Naziaufmarsch am 15.02.
Kein Heimspiel für Nazis in Cottbus! Kein Mensch ist illegal!

Ballzauber gegen Rassismus

Auch die Lausitzer Rundschau berichtete über uns:

„Interkulturelles Fußballturnier in der Sporthalle der Oberschule Sachsendorf

Unter dem Motto „Teamplay gegen Rassismus“ hat am Wochenende ein ganz besonderes Turnier in Sachsendorf stattgefunden. Gemeinsam setzten Sportler, Veranstalter und Zuschauer ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit.
Halley Ken gibt alles auf dem Spielfeld. Voller Ehrgeiz jagt er dem runden Leder hinterher. Als er es ergattert, lässt er seinen Gegner mit einer eleganten Finte stehen. Ein geschickter Pass zum Mitspieler, Schuss und Tor. Der junge Ballkünstler stammt aus Kenia. Seit fast einem Jahr ist der Flüchtling in Sachsendorf. Mit seinem Team kämpft er um den Sieg bei einem ganz besonderen Fußballturnier.

„Teamplay gegen Rassismus – Fußball zum Kennenlernen“ haben die Macher die Veranstaltung genannt. Sozialarbeiter Jakob Wolfrum organisierte es mit dem Cottbuser Flüchtlingsverein und der Gruppe „Ziel und Kurs Cottbus“. 16 Mannschaften stehen auf dem Spielplan. Viele sind aus Cottbus, aber auch Forst, Spremberg, Senftenberg und Uebigau nehmen teil. Selbst Berliner Sportler sind da.

„Uns war es wichtig, viele unterschiedliche Menschen zusammenzubringen“, sagt Wolfrum. Das hat er geschafft: Farbenfroh geht es in der Halle zu. Die Ballstafetten werden von rhythmischen Trommelklängen begleitet. Junge Menschen tanzen ausgelassen am Spielfeldrand und stimmen Sprechchöre gegen Fremdenfeindlichkeit an.

Monica Ooro spielt im buntesten Team. Die Fußballer des Flüchtlingsvereins Cottbus sind Ausländer und Deutsche, Jüngere und Ältere, Mädchen und Jungen. Ein Sinnbild für eine offene Gesellschaft, so wie sie sich alle in der Halle wünschen. Auch Monica Ooro ist aus Kenia. Ihr sonniges Gemüt hat sie mitgebracht. Statt sich über Anfeindungen und Abendspaziergänger Gedanken zu machen, erinnert sie lieber an Cottbuser, die ihr geholfen haben. „Ich begegne vielen Menschen, die mich unterstützen“, sagt sie und zählt eine lange Liste von Freunden und Helfern auf. Dank ihnen kann sie mittlerweile eine Ausbildung zur Erzieherin absolvieren. Trotz der Stimmungsmache durch Pegida fühlt sie sich in Deutschland wohl.

Jakob Wolfrum ist da schon besorgter, wenn er an die nächsten Wochen in Cottbus denkt. Deshalb hat das Turnier auch eine politische Dimension. Die Menschen sollen für die bevorstehende Demo der Cogida sensibilisiert werden, sagt Wolfrum. Der Cottbuser Ableger der islamkritischen Pegida-Bewegung hat jetzt seinen ersten Spaziergang geplant. Und bis zum Neonazi-Aufmarsch am 15. Februar sind es nur noch zwei Wochen. Über die Hallen-Lautsprecher wird für die Gegenveranstaltung „Cottbus bekennt Farbe“ geworben und rechtes Gedankengut verurteilt.

Auch ohne Islamkritiker und Nazis haben es Flüchtlinge schwer. Selbst eine schöne Nebensache wie Fußball ist für Halley Ken keine Selbstverständlichkeit. Manchmal träumt er von der großen Sportlerkarriere. Aber bereits der erste Schritt dazu ist nicht möglich. Zwar trainiert er in Vereinen mit, aber Pflichtspiele darf er nicht bestreiten. Weil sein Bleiberecht begrenzt ist, beantragt kein Sportverein eine Spieler-Lizenz für ihn.

Ärgerlich für den fußballvernarrten Kenianer. Da kommt das Turnier gerade recht, um sich im Wettbewerb zu messen. In der Oberschule reicht es zum dritten Platz. Im Halbfinale muss sich sein Team dem Turniersieger aus Uebigau geschlagen geben“http://www.lr-online.de/storage/scl/xmliosimport/cos/3297642_m1t1w500q75s1v22294_DC_COx_11366_976-G2I5BSCML.1-ORG.jpg?version=1422864916

Der Tag danach

Was für ein grandioses Fußballturnier. Wir haben mit 16 Teams und vielen Zuschauern ein deutliches Zeichen gegen Rassismus in Cottbus gesetzt. Darauf können wir in den nächsten Wochen aufbauen, wenn es heißt COGIDA und der NPD in den Arsch zutreten.https://scontent-frt3-1.xx.fbcdn.net/hphotos-xfa1/v/t1.0-0/s480x480/1476213_894522993901218_8044869587872030182_n.jpg?oh=692579b52955114a7f5485b09f766be2&oe=570A16DE